DEPRESSIONEN

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Über die Depression

Das Wort Depression geht auf das lateinische: »deprimere, depressus = herunterdrücken« zurück. Gemeint ist damit eines der wichtigsten Krankheitszeichen, nämlich die seelisch-körperliche Herabgestimmtheit.

Menschliches Erleben (Denken und Fühlen) ist ohne stimmungsmäßige Hochs und Tiefs nicht denkbar. Stimmungsschwankungen gehören zum normalen Alltag. Auch Niedergeschlagenheit, Trauer und Verstimmungen sind normale nicht behandlungsbedürftige Bestandteile unseres Lebens. Wir wissen in aller Regel, woher diese Gefühle kommen, warum sie entstanden sind, und daß sie auch rasch wieder vergehen können.

Findet sich hingegen keine Ursache für lang anhaltende und deutliche Stimmungstiefs, so stellt sich die Frage, ob es sich noch um eine normale Stimmungsschwankung oder aber um eine behandlungsbedürftige seelische Erkrankung handelt.

Krankhafte seelische Verstimmungszustände werden vom Facharzt „Depressionen“ genannt. Eine Depression ist also ein Gefühls- bzw. Gemütszustand, der außerhalb der normalen Schwankungsbreite des menschlichen Gefühlslebens liegt. Die Depression zählt zu den psychischen (seelischen) Krankheiten und wird auch manchmal „Gemütskrankheit“ genannt.

Vergessen wir das ganze Fachchinesisch und betrachten wir die Depression einfach als das was es im Endeffekt wirklich ist. Eine Depression setzt sich aus der Summe der Ereignisse des Lebens zusammen. Jedes Ereignis oder jeder Schicksalsschlag der nicht bzw. nicht ausreichend verarbeitet wurde trägt das seine zur Entstehung einer Depression bei. Jeder Mensch hat in seinem Inneren nur eine begrenzte Menge Platz zur Verfügung, wo er seine Schicksalsschläge sozusagen einlagern kann. Sie können das ganze z.B. mit der Festplatte eines Computers vergleichen. Wenn die Festplatte voll ist und sie ein neues Programm installieren wollen, dann müssen Sie erst irgendwelche Daten löschen um Platz zu schaffen. Genauso verhält es sich mit unserem Seelenleben. Alle verarbeitungspflichtigen Ereignisse benötigen eine gewisse Menge Platz auf unserer inneren Festplatte und wenn dieser ausgeschöpft ist können wir nichts mehr aufnehmen. Unsere innere Festplatte läuft über und genau dieser Moment stellt den eigentlichen Ausbruch der Depression dar. Nun kann es durchaus der Fall sein, daß das auslösende Ereignis sozusagen eine Bagatelle ist. Welcher Mensch kann es dann glauben, daß dieses Ereignis in Verbindung mit früheren für die Depression verantwortlich sein könnte.

 

Welche Depressionsformen gibt es?

Depression ist nicht gleich Depression. Hier gilt es verschiedene Ursachen und Verlaufsformen zu unterscheiden. Dies ist nicht nur eine rein theoretische Frage, sondern bestimmt auch die Behandlung. Allerdings ist die diagnostische Klassifikation eine rein fachärztliche Aufgabe und deshalb will ich hier nicht näher darauf eingehen. Im Folgenden will ich Ihnen nur einen sehr kurz gefaßten Überblick verschaffen

Es gibt verschiedene Formen der Depressionen und diese Formen werden wiederum unterteilt:

1. Die Psychogene Depression ist die häufigste Form. Sie ist rein seelisch ausgelöst und wird in drei Gruppen unterteilt:

    I. Die Reaktive Depression ist durch ein äußeres, schmerzliches Ereignis verursacht. Meist: Liebesenttäuschungen, Todesfälle, Zurücksetzung, Partner- oder materielle Probleme.

    II. Bei der Neurotischen Depression handelt es sich um eine gestörte Verarbeitung bestimmter Erlebnisse, nicht selten schon aus der Zeit der frühen Kindheit.

    III.Die Depressive Entwicklung entsteht unter den Druck einer gefühlsmäßigen Dauerbelastung ohne Aussicht auf Entlastung. Dazu gehört: Langjährige Ehekonflikte, andauernde berufliche Überforderung usw. Diese Form nennt man auch Erschöpfungsdepression.

2. Die Endogenen Depressionen entstehen aus dem Inneren des Organismus (endogen). Zwar gehen auch hier manchmal erkennbare Auslöser voraus - Unfall, berufliche Zurücksetzung, materielle oder zwischenmenschliche Verlußte, Auseinandersetzungen usw.- doch im allgemeinen ist keine einleuchtende Ursache festzustellen. Auch hier unterscheidet man drei Untergruppen:

    I. Depressionen mit meist mehreren Depressiven Phasen, zwischen denen längerdauernde, beschwerdefreie, Phasen liegen.

    II. Bei der Manisch-Depressiven Erkrankung wechseln sich depressive und manische Phasen meist unregelmäßig ab (Die Manie gilt als Gegenstück zur Depression - mit krankhafter Hochstimmung).

    III. Die Spätdepression (Involutionsdepression) im vorgerücktem Alter weist praktisch nur Depressive Phasen auf. Der Verlauf ist etwas milder ausgeprägt aber langdauernd.

3. Körperlich begründbare Depressionen (Somatogene) stehen im ursächlichen Zusammenhang mit einer körperlichen Krankheit oder Funktionsstörung. Hier unterscheidet man zwei Gruppen:

    I. Organische Depressionen als unmittelbare Folge von Hirnverletzungen, Hirntumoren, Hirngefäßverkalkung, altersbedingter Abbauprozesse usw.

    II. Symptomatische Depressionen als seelische Folge körperlicher Allgemeinschädigungen und -erkrankungen, die die Hirnfunktion indirekt beeinträchtigen. Beispiele sind Infektionen und Kreislauferkrankungen, aber auch die einnahme (besonders die mißbräuchliche) von entsprechenden Medikamenten usw.

Schließlich gibt es noch zahlreiche weitere Depressionsformen, die entweder einer der obigen Gruppen zugeordnet werden können oder verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen Depressionen in den Wechseljahren, im Wochenbett und sogenannte saisonale Depressionen (z.B. Winterdepression). Diese Formen sind aber von geringerer Bedeutung.

 

Behandlung und Therapie

Die Behandlung bzw. die Therapie stellt ein sehr komplexes Thema dar, denn es müssen einige Komponenten ineinander greifen um von einer guten oder richtigen Therapie zu sprechen.

Die Behandlung beginnt im eigentlichen Sinne mit der “Einsicht krank“ zu sein. Ohne dieser Einsicht geht gar nichts. Da kann sich der Therapeut den Mund fransig reden, der Erfolg wird bei null stehen bleiben. Diese fehlende Einsicht ist meist auch der Grund dafür, warum der Depressive so unendlich lange wartet bis er endlich einmal zu einem Neurologen geht. Dafür dürfte sich auch noch die veraltete Anschauung - Depressive (Nervenkranke) sind geisteskrank - verantwortlich zeigen. Um es ganz klar zu sagen: Der Depressive ist weder Verrückt noch wird er es. Es ist zwar unumstritten, daß sich sehr viele Depressive manchmal einbilden verrückt zu werden, aber ich kann Sie beruhigen. Wenn die Depression vollkommen abgeklungen ist, dann setzt der Genesene genau dort wieder an wo er durch die Depression aus der Bahn geworfen wurde. Es bleibt nichts zurück, da ja im eigentlichen Sinne ja auch gar nichts da war. Dies wird dem Kranken leider Gottes viel zu selten gesagt, wenn überhaupt. Es ist jedoch für den Depressiven ein sehr wichtiger Aspekt, den man nicht oft genug wiederholen kann.

Nach der Einsicht kommt aber noch die „Akzeptanz“ dazu. Der Betroffene muß es auch noch akzeptieren, daß er Depressionen hat. Das ist auch so ein Thema, denn wer akzeptiert es schon gerne eine etwas amurös angehauchte Krankheit zu haben. Schließlich kann jedem alles passieren, nur nicht mir. Das ist ein sehr weit verbreiteter Anschauungspunkt.

Das menschliche Umfeld trägt natürlich ebenfalls das seine dazu bei die Einsicht und die Akzeptanz zu untergraben. „Du mußt dich nur zusammenreißen“, „mit dem nötigen Willen geht alles“ oder „das schaffst du schon” sind solche Standardsätze mit denen einem die anderen verunsichern. Ich kann es Ihnen klipp und klar sagen: “Weder das Zusammenreißen noch der nötige Wille sind dazu angetan, einen aus seinem Loch herauszuhelfen”. Da hilft nur ein gezielter Eingriff in Form von Eigeninitiative. Nur wer die Initiative ergreift und zum Facharzt geht bekommt eine Chance, der Depression zu entfliehen. Der Facharzt muß den Ablauf der Behandlung koordinieren. Er muß für die unterstützenden Medikamente, die meist erforderliche Psychotherapie und die ebenfalls oft erforderliche psychosomatische Kur sorgen. Der Neurologe muß Ihnen den richtigen Weg aufzeigen, den Sie gehen müssen.

Wer schon einige Selbsthilfebücher zum Thema gelesen hat und damit keine Erfolge erzielen konnte, der weiß es ganz genau und hat es vielleicht selbst auch schon gesagt: Alles was die schreiben ist Mist. Es werden viele Ratschläge gegeben und diese wiederum durch unzählige Fallbeispiele untermauert. Aber genau hier liegt der große Schwachpunkt bei all diesen sogenannten Selbsthilfebüchern. Um die Auflagenzahl zu erhöhen werden diese Fallbeispiele immer so dargestellt, daß der Leser den Eindruck gewinnen muß, daß die Krankheit innerhalb der kürzesten Zeit zu überwinden ist. Nicht selten steht in so einem Beispiel, daß der Betroffene über nacht ein anderes Leben führen konnte und somit gesund war. Da ist es gar nicht verwunderlich, wenn der Leser, dem das niemals passieren wird, von all diesen Theorien die Nase voll hat und nicht mehr daran glaubt.

Ich will es Ihnen klipp und klar sagen: Die Behandlung einer Depression ist eine langwierige Sache. Das kann nicht von heute auf morgen geschehen. Bedenken Sie dabei was ich schon weiter oben erwähnt habe. Die Depression ist die Sammlung der im gesamten Leben erhaltenen Schläge. Diese Sammlung hat sich natürlich im Laufe des Lebens manifestiert und ist sogar teilweise zur Gewohnheit übergegangen. So einen Gewöhnungseffekt kann ich nicht von heute auf morgen eliminieren und durch ein neues Gedankengut ersetzen. Das braucht seine Zeit. Und genau diese Zeit muß sich jeder Depressive nehmen, sonst hat er so gut wie keine Chance. Da es sich wie gesagt um eine langwierige Krankheit handelt, muß natürlich den gesamten Ablauf jemand koordinieren und überwachen. Dies ist ganz eindeutig die Aufgabe des Neurologen. Dazu müssen Sie natürlich einen guten Neurologen haben, der sich auch um seine Patienten bemüht und nicht nur sein eigenes finanzielles Wohl im Auge hat. Auf dieses Thema gehe ich im Abschnitt „Die richtige Arztwahl“ ein.

Zu Beginn der Behandlung steht die medikamentöse Therapie. Rein theoretisch könnte zwar auf Antidepressiva verzichtet werden, denn sie tragen in keiner Weise zur Genesung bei. Der wesentliche Aspekt bei den Medikamenten: Sie erleichtern einem die momentane Situation erheblich und deshalb steht der medikamentösen Therapie nichts im Wege und ist eine sinnvolle Ergänzung auf die man nicht verzichten sollte. Bei diesen Medikamenten tritt die erste spürbare Wirkung meist erst nach ca. zwei bis vier Wochen ein. Der Grund - es muß sich erst eine gewisse Menge des Wirkstoffes im Körper aufbauen.

Das wichtigste einer Depressionsbehandlung ist eindeutig das Gespräch. Dabei spielt es keine Rolle ob Sie als Gesprächspartner nun den Neurologen, den Psychotherapeuten oder eine x-beliebige Person haben. Der Gesprächspartner muß für Ihre Situation Verständnis haben. Verwechseln Sie dies bitte nicht mit „Mitleid“. Mitleid bedeutet nichts anderes als „Mit-leiden“ und davon haben Sie nicht das geringste. Wenn jemand mit Ihnen “Mit-leidet” drückt er das auch in seinem Gespräch aus und das wiederum bedeutet, daß er mit Ihnen mit jammert. Das ist das Letzte was Sie brauchen können, denn damit ziehen sie sich gegenseitig nur noch tiefer hinunter. Eine x-beliebige Person kann Sie im Regelfall allerdings nicht führen und Ihnen auch nicht den richtigen Weg zeigen. Deshalb sollten Sie keinesfalls auf einen Neurologen verzichten. Viele Depressive machen den gravierenden Fehler, daß sie zwar immer dann zum Arzt gehen, wenn es ihnen gerade mal nicht so gut geht. Sobald es ihnen aber etwas besser oder besonders schlecht geht sagen sie ihren Termin ab.

Ich persönlich bin der Meinung, daß es gerade da am allerwichtigsten ist mit einem Fachmann zu sprechen. Wenn es mir besonders schlecht geht, brauche ich die meiste Hilfe. Wenn es mir etwas besser geht, bin ich für die Tips und Ratschläge des Neurologen am empfänglichsten, weil meine Gedanken durch kein schlechtes Befinden abgelenkt werden. Gehen Sie ruhig lieber einmal öfters zum Neurologen als einmal zu wenig.

Aufgrund der vielen Patienten, die ein Neurologe zu betreuen hat, wird dieser in aller Regel nicht genügend Zeit zur Verfügung haben, die er eigentlich für Sie bräuchte. Deshalb sollten Sie bei Zeiten wegen einer Psychotherapie mit Ihrem Neurologen sprechen. Dieser wird dann, sobald er die Zeit fürgekommen hält eine Psychotherapie befürworten. Hier gilt es nämlich zu beachten, daß es in bestimmten Zuständen zu früh aber auch genau so gut zu spät sein kann.

Im Gespräch mit dem Fachmann gibt es natürlich einige Regeln die Sie unter allen Umständen beachten sollten. Wenn Sie diese nicht oder nur teilweise beachten, kann Sie der Arzt auch nicht richtig Therapieren. Ein Fehler, den ich bei so gut wie allen Gesprächen mit Depressiven mitbekommen habe, war es daß alle bei ihren Gesprächen geschönt haben. Mit geschönt meine ich, daß sie nicht die ganze Wahrheit gesagt haben. Sie stellten ihren momentanen Zustand meist in einem etwas besseren Licht dar als es eigentlich war.

Die wichtigste Grundregel für den Depressiven muß es sein, daß er generell bei der vollen Wahrheit bleibt, auch wenn es ihm noch so schwer fallen sollte. Denn sonst passiert es, daß er den Arzt auf eine falsche Fährte lockt und dieser dann unwissend einen falschen Behandlungsweg einschlagen muß. Wenn Ihnen der Fuß weh tut dann sagen Sie zu Ihrem Hausarzt ja auch nicht, daß Ihnen der Arm Beschwerden bereitet. Darum, reden Sie frei von der Leber weg. Denken Sie dabei gar nicht erst lange nach. Sagen Sie Ihrem Arzt was Sie bedrückt, was Sie belastet und was Ihnen momentan die meisten Beschwerden bereitet. Etwas verschweigen ist auch nicht des Pudels Kern.

Sicherlich gibt es einige Punkte im Leben über die Sie nicht gerne sprechen, bzw. nicht mit jedem. Zum Beispiel in sexuellen Bereichen sind solche Punkte zu finden (Mißbrauch). Sie haben nur die Möglichkeit alles zu sagen, denn wenn ausgerechnet der verschwiegene Punkt, Ihr größtes Problem ist, nutzt es Ihnen wenig wenn Sie alle anderen erwähnen. Wenn Sie Ihrem Arzt etwas nicht sagen können, dann nur weil Sie nicht genügend Vertrauen zu ihm haben und weil Sie sich vermutlich, selbst immer wieder suggeriert haben, daß Sie über dieses Thema nicht sprechen können. Wenn es am Vertrauen liegt, dann sollten Sie sich einen anderen Arzt suchen, oder Sie arbeiten daran, daß Sie ihm Vertrauen können. Vor allem wenn Sie einen guten Arzt haben sollten sie daran arbeiten.

Ein Tip am Rande: Notieren Sie sich die Fragen, die zwischen den Terminen auftauchen, auf einen kleinen Zettel. Gehen Sie dann diese Notizen beim nächsten Termin als erstes durch. Nur so können Sie sicherstellen, daß Sie auch die nötigen Antworten bekommen.

Bei den meisten mir bekannten Depressiven lief es meist so ab, daß sie zwar einige Fragen im Kopf hatten die in der Zeit zwischen den Terminen aufgetaucht sind, aber dann beim Gespräch entweder nicht mehr daran gedacht haben oder sie glaubten, daß im Laufe des Gespräches noch eine bessere Gelegenheit für die Frage kommt. Meist hat sie sich nicht mehr ergeben. Erst ein paar Meter von der Praxis weg, fiel einem dann siedendheiß ein, daß man noch dies oder jenes fragen wollte.

Regel Nummer zwei: Denken Sie nicht lange darüber nach, was Sie beim nächsten Termin zu Ihrem Arzt sagen wollen. Das einzig Vorbereitete sollten Ihre aufgetauchten Fragen sein. Alles andere sollte zum entsprechendem Zeitpunkt aus Ihrem „Inneren“ kommen. All das vorbereitete kann zum Zeitpunkt des Gespräches gar nicht wichtig sein, da man genug andere wichtigere Punkte in sich trägt. Das Problem vom Montag ist am Freitag nicht so aktuell wie das vom Donnerstag. Das bedeutet für Sie, daß Sie immer das Aktuellste Problem als erstes ansprechen sollten und dann der Reihe nach zurück gehen sollten.

Eine weitere Regel, die es zu beachten gilt ist es, daß Sie auf alle Fälle über das nachdenken sollten was Ihnen der Fachmann sagt. Es kann nicht damit abgetan sein, daß Sie in der Sprechstunde an den Lippen Ihres Arztes hängen und nachher ist alles vorbei und vergessen. Sie müssen sich mit den Themen auseinandersetzen, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Suchen Sie sich also nach dem Gespräch ein ruhiges Plätzchen und durchdenken Sie das gesagte von allen möglichen Seiten. Versuchen Sie, zu ergründen was Ihr Therapeut Ihnen mit seinen Worten sagen wollte. Auch wenn Ihr Arzt zu einem bestimmten Thema gar nichts sagt oder nicht darauf eingeht, sollten Sie sich Ihre Gedanken darüber machen. In der Regel will er etwas ganz bestimmtes bezwecken, wenn er auf ein Problem nicht eingeht. Er will Sie z.B. herausfordern und Sie so zu einer Reaktion animieren, ohne daß er es mit Worten ausdrückt. Das kann ein Test sein, um zu sehen wo Sie im Augenblick stehen. Auf alle Fälle ist es eine Aufforderung zum Nachdenken. Nur wenn Sie immer wieder darüber nachdenken können Sie für sich das meiste herausholen. Dazu gehört es natürlich auch, daß Sie die Ratschläge beherzigen.

Regel vier: Lassen Sie sich niemals mit unbefriedigenden Antworten abspeisen. Das gilt nicht nur beim Arzt sondern im gesamten Leben. Viele begehen den Fehler und lassen sich mit “Halbheiten” abspeisen und anschließend haben sie ein zusätzliches Problem. Sie wissen mit der Antwort nichts anzufangen und müssen dann darüber nachgrübeln was gemeint sein könnte. Stellen Sie kurze, präzise Fragen und fragen Sie dann solange nach, bis Sie eine ausreichende Erklärung bekommen haben. Nur so können Sie sicher stellen, daß Sie eine richtige Antwort bekommen werden, die Ihnen keine weiteren Probleme aufwirft. Geraden beim Depressiven konnte ich diesen Fehler immer wieder feststellen, daß er sich mit der ersten Antwort zufrieden gab und im Nachhinein stellte er fest, daß er eigentlich gar keine Antwort auf seine wirkliche Frage bekommen hat. Daran sollten Sie arbeiten.

Die gleichen Regeln gelten natürlich auch für die Psychotherapie.